Die Idee
Sorgen kann man nicht verschieben, war die Erfahrung in Bad Kreuznach. Sie führte vor 15 Jahren zur Einrichtung eines Telefons . Jede und jeder sollte Sorgen, Ängste und Probleme kurzerhand mitteilen und besprechen können. Neben zwei Selbsthilfegruppen für Angehörige und Betroffene wurde so das Hilfenetz vor Ort ausgebaut. Vor allem "wenn es brennt" wollte man in Bad Kreuznach füreinander da sein.
Angefangen hat es damit, dass ein Alleinstehender den Verein angerufen hat, ob jemand für ihn einkaufen könnte. Dann hat Karl-Heinz Dettmar aus dem Vereinsvorstand sich bereit erklärt, ein Sorgentelefon bereit zu halten. Später haben Frau Sachers und Herr Gillmann das Sorgentelefon weitergeführt. Heute ist es sehr beliebt.
Der Weg
Es gab erfahrene Vorstandsleute, die diese Aufgabe gerne übernommen haben, weil sie in Rente gegangen waren. Eine Ausbildung dazu brauchten sie nicht. Das Sorgentelefon ist ein Beratungs-Telefon aus eigener Erfahrung und wird ehrenamtlich von Zuhause aus realisiert.
Die Telefonnummer wird seitdem in allen Materialien des Vereins, im Internet und in den Selbstdarstellungen des Bundesverbandes sowie des Paritätischen Wohlfahrtverbandes (DPWV) Rheinland-Pfalz und Saarland veröffentlicht, so nutzen es auch fremde Ratsuchende. Mittlerweile hat dieses Telefon Tradition. Die Anliegen am Sorgentelefon sind heute vielfältig, reichen von tatsächlichen Sorgen im Alltag, über den Wunsch, zum Einkaufen begleitet zu werden oder auch Zuspruch in schwierigen Zeiten. Es beantwortet Fragen nach sozialen Hilfen und Umgang mit Behörden zum Beispiel bei der Einstufung in die richtige Pflegestufe, gemeinsam wird überlegt, welche Schule die richtige ist oder wie man die Sommerferien verbringen kann. Am Telefon wird ermutigt, es können Hilfen und Wege aufgezeigt werden, manchmal werden Kontakte zwischen Eltern oder zu Fachleuten hergestellt. Es ist ein Telefon der kleinen und leisen Dinge für den Alltag.
Das Telefon gibt Eltern Erlaubnis und Schutz, eigene Ängste nicht unter den Teppich zu kehren: Es gibt das Signal: Es ist O.K., wenn ich manchmal nicht klarkomme und ich kann mir dann Hilfe holen.